Das tapfere Schneiderlein

  • ALDENROTH. Albernia hat eine neue Regierung und die Frage ist: wie lange? Nachdem sich die politischen Blöcke zuletzt verbissen gegenüberstanden und die letzte Wahlzeit voller Resignation vor sich hin plätscherte (der Prime Minister trat das verliehene Amt erst gar nicht an), haben es Albernias Konservative nun mit Hängen und Würgen zu drei der sechs Unterhausmandate und damit zu einem Regierungsauftrag gebracht. Zwar kann gegen sie nun keine Politik gemacht werden, aber mit dem Patt im House of Commons und der Labour-Mehrheit im House of Lords dürfte die Regierung vor allem verwalten, statt gestalten können. Wenn nicht, ja wenn nicht, wieder eine Politik der Verständigung und des Ausgleichs Einzug in den traditionsreichen Parlamentsbetrieb in Westminster hält.

    Der neue Mann der Stunde ist Severus Frobisher, der jetzt als Prime Minister nach Penny Lane einziehen durfte. Ein junger Schneidersohn aus der winländischen Provinz, der erste Parlamentserfahrung mitbringt und sich nicht scheut, auch Parteigranden wie Sir Andrew halböffentlich zu widersprechen. Eingerahmt zwischen den politisch schwergewichtigen Ministerinnen Dyce (Außen) und Bont (Innen) und flankiert von einem hemdsärmligen Schatzkanzler Carr, steht Frobisher nun vor einem Berg an Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Dabei wird sich zeigen, ob es ihm gelingt, die Gräben zur höchst loyalen Opposition zu schließen und Mehrheiten über sein konservatives Teekränzchen hinaus zu organisieren. Wie gut unterrichtete Kreise erfahren haben wollen, soll es bereits zu einem ersten Gespräch mit seinem Amtsvorgänger Sir Emrys bereits vor der Regierungsbildung gekommen sein. Auch die einträchtige Wahl des Liberaldemokraten Sir Patrick zum Speaker of the House mag man als Zeichen des Entgegenkommens deuten.

    Doch wie viel neuen Wein vertragen die alten Schläuche des Aldenrother Politikzirkus? Der Groll bei Labour über den Verlust der Macht dürfte tief sitzen und die Zeiten, in denen Labour und Tories gemeinsame Koalitionen bildeten muten aktuell wie Artefakte aus dem Museum an. Und so könnte es mit der neuen Regierung des tapferen Schneiderleins bald ein Ende haben. Denn die amtssichernden Mandate sind rar und die Opposition auf der Lauer. Jeder noch so kleiner Fehler dürfte öffentlich seziert werden. Sollte es Frobisher jedoch gelingen, seine Regierung bis zur nächsten Wahl zusammenzuhalten und Brücken zu Labour und LibDems zu bauen, könnte er dem zuletzt eher schläfrigen Königreich neue Impulse geben. Ob es sieben auf einen Streich werden, ist in dieser Konstellation aber eher unwahrscheinlich.

    Quelle: http://firms.glenverness.de/te…as-tapfere-schneiderlein/


    Estaiblished 2011 | Ryal Warran by Appintment tae H.V.M. Queen Hermione III.

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