*zapp* ... schalten wir nun live nach Medea, wo die letzten Vorbereitungen zur Wiedereröffnung des Sklavereimuseums von Ndowe Kazú getroffen werden. Brian, wie ist die Stimmung bei euch?
'Janet, wir warten jetzt schon seit Stunden gespannt auf den Auftritt ihrer Majestät, die nachher die Ehre haben wird, das rote Band vor dem Museumseingang zu durchschneiden. Die Stimmung hier ist gelöst, die Anwesenden werden von der Verwaltung von Ndowe Kazú mit Snacks und Getränken verpflegt. Den ganzen Tag über sind Fähren zwischen Freetown und der Insel gependelt, so dass jetzt bestimmt schon über 5.000 Schaulustige auf dem Museumsgelände versammelt sind. Vielerorts werden traditionelle Chorgesänge angestimmt, wie sie vermutlich in früheren Jahrhunderten auch von den auf dieser Insel eingeschifften Sklaven gesungen worden sind.
Feierlich wiedereröffnet: Das Ndowe Kazú House of Sclaves
Das House of Sclaves auf der Insel Ndowe Kazú war über Jahrhunderte hinweg der wichtigste Handelsposten für medeische Sklaven, die in die albernischen Besitzungen in der Neuen Welt verschifft worden sind. Tatsächlich sind heute auch zahlreiche Astorianer mit medeischen Wurzeln zur Eröffnung gekommen, um nachzuvollziehen, unter welchen Voraussetzungen ihre Vorfahren einst die Reise über den Ozean antraten. Auch aus anderen Ländern sind Besucher gekommen, die eine persönliche Beziehung zur Sklaverei und dieser Insel vorweisen können.
Wir Journalisten hatten das Glück, an diesem Nachmittag schon einen kleinen Rundgang durch die Museumsgebäude machen zu können. Es ist wirklich erstaunlich, wie gründlich die Schäden, die die gesamte Anlage im Medeischen Bürgerkrieg vor wenigen Jahren erlitten hat, inzwischen wieder ausgebessert wurden. Von den zahlreichen Einschusslöchern, die noch vor einem Jahr die Fassade geprägt haben, ist nichts mehr zu sehen. An dieser Stelle sei auch kurz auf den Sponsor verwiesen, der den kostspieligen Wiederaufbau und damit die heutige Wiedereröffnung des Museums ermöglicht hat.
*Die Kamera schwenkt kurz auf ein großes Banner der Redford Motor Company - gerade so lange, wie es sich für einen gebührenfinanzierten Sender gehört.*
Wir warten nun gespannt darauf, was die Königin zu diesem feierlichen Anlass zu sagen hat. Und damit zurück zu dir, Janet.'