Ladies and Gentlemen,
Nachdem die Parteien offenbar einmal mehr nicht in der Lage sind, ihre Aufgabe zu erfüllen und uns allen wenigstens zwei Tage vor der Wahl zu erklären, welche Vorstellungen sie von den nächsten vier Monaten in Albernia haben, möchte ich auch in diesem Punkt vorangehen. Vielleicht findet die eine oder andere Partei ja Punkte zum Abschreiben für das eigene Programm darin, so dass wir noch vor Wahl mit weiteren Beiträgen zur politischen Diskussion rechnen können.
Wenn wir auf die letzten Monate seit Jahresbeginn zurückblicken, hat Albernia vier verschiedene Regierungen erlebt: Zwei Alleinregierungen der "großen" Parteien unter Sir Jonathan und Sir Quincy, die mit großen Tönen gestartet, aber in Inaktvitiät untergegangen sind - und jeweils anschließend breiter aufgestellte Regierungen, die die nötige Zuverlässigkeit und Stabilität zurückgebracht haben.
Insbesondere die letzten zwei Monaten waren überaus erfolgreich, so dass ich glaube, dass Albernia jetzt nicht einen erneuten Wechsel zu einem Experiment mit einer neuen Alleinregierung und einer inhaltlichen Kehrtwende braucht, sondern eine Fortsetzung und Weiterentwicklung des Bewährten:
Domestic Affairs
Ein wesentliches Thema der amtierenden Regierung war es, ein Modell für die Selbstverwaltung Medeas zu entwickeln. Das ist geschehen und eine Diskussion dazu ist angestoßen worden, aber es gibt noch einige Punkte zu klären, sowohl innerhalb Medeas als auch in Aldenroth. Dazu hat das Modell einen Personalbedarf an medeischen Politikern, der sich nicht auf einen Schlag decken lässt. Beide Punkte könnten daher effektiv dazu führen, dass Medea noch länger keine Möglichkeit hat, sich selbst zu verwalten. Um das zu verhinden, müssen wir in Erwägung ziehen, übergangsweise das einfache Modell, das auch für andere Regionen gilt, für Medea zu übernehmen und dieses Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Als ein weiteres Problemfeld, das wir anpacken sollten, sehe ich, dass die Dominanz der albernischen Sprache in offiziellen Angelegenheiten andere Sprachen verdrängt - dabei sprechen im gesamten Königreich keine 50% Albernisch als ihre Muttersprache. In meinem Wahlkreis sprechen weit über die Hälfte der Einwohner Eihlish. Trptzdem wird für alle Behördenkontakte Albernisch verlangt. Trotzdem müssen Schüler ihre Abschlussprüfungen zwingend im Fach Albernisch ablegen, sie können eine ausländische Fremdsprache als weiteres vollwertiges Kernfach wählen, aber sie dürfen die Sprache ihrer eigenen Region höchstens als zusätzliches freiwilliges Prüfungsfach nehmen. Hier müssen wir etwas ändern.
Ich gehe aber noch weiter und sage: Wenn ein eihlischer Schüler in eihlischer Sprache unterrichtet werden möchte, dann muss der Staat nicht nur die Kosten für die nächstgelegene Schule, sondern für die nächstgelegene Schule mit eihlischer Unterrichtssprache aufkommen. Dasselbe Problem besteht, wenn der Schüler andere Anforderungen an die Schule hat: Beispielsweise können albernische Schüler kostenlos eine Förderklasse besuchen - wenn die nächstgelegene Schule zufällig eine anbietet.
Die Kündigungsschutzbestimmungen im Labour Standards Act müssen überarbeitet werden: Ein unbegrenztes Kündigungsverbot für Behinderte und langfristig kranke ist weder angemessen noch hilfreich, da die Unternehmen dadurch im Zweifelsfall schon auf die Einstellung eines Behinderten verzichten. Auf der anderen Seite spreche ich mich für eine allgemeine Mindestkündigungsfrist aus, um die Sicherheit jedes Alberniers zu verbessern.
Economic Affairs
Die Maßnahmen der amtierenden Regierung, insbesondere das Public Management und die Steuerreform, haben der albernische Wirtschaft ein stetiges Wachstum und der Regierung finanziellen Spielraum beschert. Dieser Spielraum muss genutzt werden, um das noch dürftige soziale Netz auszubauen, wodurch gleichzeitig inaktives Geld in den Kreislauf zurückgebracht wird.
Die Public Enterprises sollten weiterhin auf eine fortgesetzte Qualitätserhöhung abzielen, um Investitionen zu förder und der albernischen Wirtschaft auch international dauerhaft eine führende Stellung zu erhalten.
Im Rahmen der VETO muss darüber nachgedacht werden, die Förderquoten zu erhöhen und zusätzlich Produkte und ggf. Rohstoffe in den Prozess mit einzubeziehen. Grundsätzliche Reformen am WiSim-Modell müssen erwogen werden und im Rahmen der VETO, aber auch in direkter Zusammenarbeit mit den Vereinigen Staaten von Astor erarbeitet werden. Eine zwingend nötige Vorbedingung für alle diese Maßnahmen ist die vollständige Besetzung des Royal Economic Research Institute. Sofern das House of Lords seinen Sitz nicht besetzt, wird das House of Commons ersatzweise einen zweiten eigenen Kandidaten bestimmen müssen.
Foreign Affairs
In der Außenpolitik gilt noch weit mehr als in anderen Bereichen, dass eine verlässliche und kontinuierlich Politik nötig ist. In diesem Sinne liegt für mich der Schwerpunkt der außenpolitischen Beziehungen Albernias auch weiterhin auf Astor sowie den Staaten der G3+1 und der League of Nation. Der Council of Nations ist jedoch eine wichtige Plattform zur Verständigung mit anderen Nationen.
Im Sinne des Albernia First sollte Albernia weiterhin darauf verzichten, sich in auswärtigen Angelegenheiten unnötig einzumischen - das gilt um so mehr in Zeiten, in denen andere Länder um ihre Sicherheit besorgt sein müssen. Lady Teri hat Albernia bereits einmal an den Rande eines Kriegs geführt, ohne dass Albernia an der Angelegenheit wirklich beteiligt war. Ich glaube, diesen Fehler sollte man nicht wiederholen.
In Absprache mit den Vereinigten Staaten sollte sich Albernia beim Council of Nations dafür einsetzen, dass der Status von Hoheitsgewässern und der Polregionen geregelt wird. Die vereinbarte Kooperation mit Astor im Bereich Raumfahrt muss fortgesetzt werden.
Government and Coalitions
Das Wahlergebnis steht dank der übersichtlichen Zahl von Kandidaten größtenteils schon vor der Wahl fest. Es bedeutet allerdings, dass vor der Wahl weder Reform noch Labour eine eigene Parlamentsmehrheit zur Regierungsbildung besitzen. Mehr noch: Die beiden Parteien stellen nur zwei bzw. drei Kandidaten für das Unterhaus - wie sollen sie dann allein eine stabile Regierung bilden können?
Wie bereits eingangs betont, glaube ich, dass es nicht Zeit für eine komplette Kehrtwende und für Experimente mit einer erneuten Alleinregierung ist, sondern Zeit für eine weitere stabile Regierung, wie von März bis Mai und seit Juli. Das heißt, dass ich glaube, dass für Albernia in der derzeitigen Lage ein Kabinett Botherfield III das beste wäre.
Ich habe freilich keine Partei hinter mir, sondern kann als unabhängiger Kandidat mit nicht mehr Planen als der Unsicherheit, aber wenn sich die nötige Mehrheit an Unterstützern findet, die meine Ziele teilt, stehe ich zur Verfügung, die Aufgaben des Premierministers ein drittes Mal zu übernehmen. Ich möchte mich dabei nicht auf mögliche Koalitionspartner festlegen - Reform hat sich zwar durch den Richtungswechsel nicht mehr zur klaren ersten Wahl gemacht, aber solange es um gemeinsame Ziele geht, bin ich mit allen Seiten zu einer Zusammenarbeit bereit.
Sollte es nicht zu einer Regierungsbildung reichen, verspreche ich, auch von der Oppositionsbank aus an der Umsetzung dieser Ziele zu arbeiten.
Ich hoffe, dass ein paar Fragen bestehen - oder es wenigstens sonstige Anmerkungen und unqualifizierte Kritik gibt. ![]()