Das Königreich Albernia (albernisch: Kingdom of Albernia) ist ein souveräner Staat vor der Westküste Anticas. Nachbarn sind unter anderem Barnstorvia, Eldeyja, Glenverness und Turanien. Ob auf den Albernischen Inseln oder in Medea, in der Abgeschiedenheit der Fawkland Islands oder im Zentrum der Metropole Aldenroth: Das Königreich vereint historisch gewachsene Regionen, überseeische Territorien und eine weltweite kulturelle Präsenz zu einem der einflussreichsten Staaten des fiktiven Erdkreises.
Der größte Inselstaat Anticas ist aus einer historischen politischen Union der drei ehemaligen Königreiche Winland, Fairnhain und Eihlann entstanden. Er gliedert sich in die Regionen Eihlann, Fairnhain, Greater Aldenroth, Llyngwyn und Winland. Zum Territorium des Königreichs gehört ebenso die in Nerica gelegene Crown Colony of Medea, die vollwertiger Bestandteil des Königreiches ist, sowie die Crown Dependency of the Fawkland Islands, die weitgehende Autonomie genießen. Als konstitutionelle Monarchie unterhält das Land ferner enge Beziehungen zu jenen Mitgliederstaaten der League of Nations, die über einen historischen und/oder kulturellen Bezug mit dem Königreich vereint sind und deren Staatsoberhaupt – zum Teil – der albernische Monarch ist.
Albernia besitzt weltweit großen Einfluss dank des weit verbreiteten Gebrauchs der Albernischen Sprache und der weltumspannenden League of Nations, einem vom albernischen Monarchen angeführten losen Staatenbund. Der League gehört unter anderem das Dominion Cranberra an. Das heutige Königreich steht in einer langen Kontinuität zur mittelalterlichen Staatlichkeit auf der Albernischen Halbinsel; das historische Königreich Albernia (847–1291) gilt als eines der intellektuellen und rechtlichen Ursprünge der Region.
Geographie und Verwaltungsgliederung
Gemessen an der relativen Größe der Albernischen Inseln weist Albernia eine überraschende Vielfalt an Landschaften und regionalen Traditionen auf. Vom zerklüfteten Bergland von Llyngwyn und Fairnhain über die weiten, grünen Ebenen Eihlanns bis zu den sanften Hügeln im Süden und Osten Winlands reicht das Spektrum; lange Strände und malerische Felsbuchten prägen die Nordostküsten. Dazwischen liegen Gehöfte und Bauerndörfer mit liebevoll gepflegten Gärten – der Gartenbau zählt zu den großen Leidenschaften der Albernier.
Die fünf Kernregionen der Inselgruppe bilden das politische und kulturelle Rückgrat des Staates:
- Eihlann – Küstenregion mit reicher frühgeschichtlicher Besiedlung und ausgedehnten Küstenstraßen.
- Fairnhain – Hochland- und Tieflandsregion mit ausgeprägter Clan- und Highland-Tradition; bedeutende Städte wie Everdeen.
- Greater Aldenroth – Metropolregion um die Hauptstadt, seit 1965 als Verwaltungseinheit organisiert.
- Llyngwyn – vorwiegend gebirgiges Landschaftsbild mit Kohlerevier und starkem musikalisch-literarischem Erbe.
- Winland – südliche und östliche Küstenregion mit Industrie- und Kurtradition.
Überseeisch erstreckt sich das Königreich auf zwei weitere Gebiete von grundlegend unterschiedlichem Charakter:
- Die Crown Colony of Medea auf dem Kontinent Nerica ist mit rund 3,66 Millionen Quadratkilometern der flächenmäßig größte Landesteil Albernias. Die Kolonie grenzt im Süden an das hulländische Reichsland Feldenau und Natal; Verwaltungssitz ist Sermor. Medea verbindet albernische Kolonialgeschichte mit altem indigenem Erbe der Swareg und nomadischer Kulturen im Süden.
- Die Crown Dependency of the Fawkland Islands im Südatlantik ist ein weitgehend autonomes Kronterritorium mit eigener Sprache und Lebensweise; die Inseln gelten als spärlich besiedelt, stürmisch und landschaftlich eindrucksvoll.
Die Städte des Königreichs sind Schmelztiegel für Menschen aus vielen Ländern. Seit den 1950er Jahren kamen zahlreiche Zuwanderer aus der medeanischen Kolonie; etwa fünf Prozent der Bevölkerung gehören ethnischen Minderheiten an, gut die Hälfte davon ist im Königreich geboren.
Geschichte
Die Einigung der drei Königreiche Winland, Fairnhain und Eihlann zu einem gemeinsamen Staatswesen bildet den Ausgangspunkt der modernen albernischen Staatlichkeit auf Anticas. Die politische Union überwand jahrhundertelange regionale Sonderrechte und schuf die Grundlage für ein gemeinsames Parlament, eine gemeinsame Krone und ein über die Inseln hinaus wirkendes Empire.
Parallel dazu reicht die albernische Geschichte auf der Albernischen Halbinsel bis ins frühe Mittelalter zurück. Das mittelalterliche Königreich Albernia mit Hauptstadt Albernia Magna und der 1087 gegründeten Universitas Alberniae prägte Recht, Wissenschaft und Hofkultur weit über die Landesgrenzen hinaus. Nach dem Untergang dieses Reiches 1291 und dem Albernischen Bruderkrieg entstanden auf Anticas neue politische Formationen, die schließlich in der heutigen Union mündeten.
Die Ausdehnung nach Nerica vollzog sich über mehrere Jahrhunderte der Kolonisation und Verwaltungsfestigung; die Krönung Medeas zur vollwertigen Kronkolonie und die Einbindung der Fawkland Islands als Kronbesitzung erweiterten die territoriale Reichweite des Königreichs erheblich. In Aldenroth, Whiteminster und den regionalen Hauptstädten verdichteten sich Macht, Handel und Kultur zu einem Weltreich im fiktiven Sinne – ein Empire, „in dem die Sonne niemals unterging“.
Politik und Verfassung
Albernia nimmt für sich in Anspruch, eine der ältesten funktionierenden Demokratien zu sein und gilt gemeinhin als Mutterland des Parlamentarismus. Was mit der berühmten Urkunde De Iuribus et Libertatibus Statuum („Über die Rechte und Freiheiten der Stände“) seinen Anfang nahm, als King Andrew I. am 13. November 1250 Adel und Kirche gewisse Privilegien einräumte, entwickelte sich im Laufe von rund 750 Jahren zu einem ausgefeilten System parlamentarischer Demokratie, das bis heute im steten Wandel und doch in seinen Grundsätzen bemerkenswert beständig ist.
Bis zum heutigen Tage verzichtet das Königreich auf eine geschriebene Verfassung und verlässt sich für die Organisation des Staates auf eine untrennbare Mischung aus geschriebenen Gesetzen, Rechtstraditionen, Common-Law-Vorschriften und Verfassungskonventionen. Die Vielfalt des albernischen Rechtswesens kann Laien zur Verzweiflung bringen; im Alltag funktioniert es dennoch weitgehend reibungslos und sichert dem Königreich seit Jahrhunderten stabile Regierung.
Die Krone
Staatsoberhaupt ist die Königin, derzeit Jane II. Sie nimmt weitgehend repräsentative Aufgaben wahr: Sie setzt Gesetze in Kraft, löst das Parlament auf, ernennt und entlässt die Regierung sowie weitere Amtsträger und verleiht Adelstitel und Orden. Obwohl diese Befugnisse theoretisch weitreichend sind, ist die Monarchin im politischen Alltag Konventionen, Traditionen und den Empfehlungen ihrer Regierung verpflichtet. In problematischen Situationen verfügt sie jedoch noch über Sonderbefugnisse mit realem politischen Einfluss.
Bei ihrer Arbeit wird die Königin durch den Privy Council unterstützt, der aus Mitgliedern der königlichen Familie besteht und sie berät. Die Privy Councillors vertreten die Königin bei repräsentativen Aufgaben im gesamten Königreich sowie in Regierungsgeschäften, wenn sie außer Landes oder verhindert ist. Als The Crown werden das Amt des Monarchen, die mit ihm verbundenen Machtbefugnisse und die gesamte Exekutive bezeichnet.
Regierung
Her Majesty's Government (HM Government), die Regierung Ihrer Majestät, ist das politische Machtzentrum des Königreichs. Sie nimmt sämtliche Regierungsgeschäfte im Namen der Königin wahr; in der Praxis bestimmt die Regierung ihre Tätigkeit und Ziele selbst, handelt jedoch stets formal im Auftrag des Monarchen. Regierungssitz und Machtzentrum sind unter anderem 5 Penny Lane und das Finsbury Palace in Aldenroth.
Die Königin ernennt stets einen von der im House of Commons mehrheitlich getragenen politischen Gruppierung vorgeschlagenen Politiker zum Premierminister; derzeit amtet Sir Emrys Vaughan (Labour). Nach Neuwahlen erklärt die Regierung formell ihren Rücktritt, damit die Königin eine den neuen Machtverhältnissen entsprechende Regierung berufen kann. Die Regierung ist dem Parlament Rechenschaft schuldig und kann durch ein Misstrauensvotum des House of Commons gestürzt werden.
Neben dem Premierminister besteht die Regierung aus von ihm vorgeschlagenen und von der Königin ernannten Ministern und Staatssekretären. Sie übt umfassende Befugnisse aus, darunter königliche Prärogativrechte wie der Befehl über die Streitkräfte und die Führung der Außenpolitik, und bringt den Großteil der Gesetzesvorschläge im Parlament ein.
Parlament
Das Parliament of the Kingdom of Albernia ist nach dem in Albernia entwickelten Grundsatz der Parliamentary Sovereignty Träger der Staatsgewalt – nicht die Königin allein und nicht unmittelbar das Volk. Es tagt in den Houses of Parliament in Whiteminster, Aldenroth, und besteht aus drei Teilen: der Königin, dem House of Lords und dem House of Commons.
Die Königin ist formal Teil des Parlaments, muss allen Gesetzen zustimmen und sie in Kraft setzen. Ein theoretisches Veto wird aufgrund von Verfassungskonventionen nicht mehr ausgeübt. Sie eröffnet jede neue Legislaturperiode mit der Thronrede, die von der Regierung verfasst wird.
Das House of Lords als Oberhaus setzt sich aus weltlichen Lords (Lords Temporal, auch Peers) und geistlichen Lords (Lords Spiritual, Bischöfe der albernikanischen und der katholischen Kirche) zusammen. Hereditary Peers erben ihren Sitz; Life Peers werden von der Königin auf Lebenszeit berufen. Das Oberhaus wird durch den Lord Chancellor geführt und fungiert als oberstes Gericht des Königreichs. Bei nicht-finanziellen Gesetzen besitzt es ein suspensives Veto.
Das House of Commons ist das vom Volk gewählte Unterhaus. Die Members of Parliament (MPs) werden in Wahlkreisen nach dem relativen Mehrheitswahlrecht gewählt und vom Speaker geleitet. Das Unterhaus muss jedem Gesetz zustimmen und kann Finanzgesetze ohne das Oberhaus beschließen; hier konzentriert sich die eigentliche parlamentarische Macht.
Kultur und Gesellschaft
Albernia gilt als sehr traditionsbewusst, bietet aber weit mehr als herrschaftliche Anwesen und malerische Dörfer. Abwechslungsreiche Landschaften, Literatur, Kunst, Architektur und ein einzigartiges kulturelles Erbe prägen ein Land, das Traditionen ins moderne Leben integriert. Besucher finden historische Orte aus jahrtausendealter Geschichte, Paläste und Parks, Burgruinen, Klosteranlagen und architektonische Wunder – von der roten Erde Medeas bis zu den stürmischen Küsten der Fawklands.
Darstellende Künste und Medien
Das albernische Theater blickt auf eine lange Tradition zurück, die William Shaftesbury im 16. Jahrhundert begründete. Moderne Dramatiker wie Tom Wilkinson, Alan Neuroth und David Care stützen sich auf dieses Erbe; Schauspieler wie Lady Madeleine McLeon, Sir Anthony Perk oder Ralph Finnigan sind international gefragt. Aldenroth ist unumstrittenes kulturelles Zentrum; das Evendeen-Festival (Theater und Musik) zählt zu den Höhepunkten des Kulturkalenders, Musikfestivals prägen den Sommer im ganzen Land.
In den bildenden Künsten verweist Albernia auf bedeutende Namen der Karikatur, Porträt-, Landschafts- und Aquarellmalerei, darunter David Hawkins und Lucius Friend. Architekten wie John Nashville, Timothy Van Hansis und Norman Frost gelten als Fahnenträger der Postmoderne; die Modewoche in Aldenroth hat das Königreich auch in der internationalen Mode etabliert.
Albernier sind eifrige Zeitungsleser; allein in Aldenroth erscheinen fünf nationale Tageszeitungen. Der Daily Mirror besitzt internationales Renommee, höchste Auflagen erreichen Boulevardblätter. Das öffentlich-rechtliche Royal Broadcasting Service (RBS) mit Radiosendern, terrestrischen und digitalen Fernsehkanälen genießt weltweites Ansehen.
Gesellschaft
Obwohl die strikte Förmlichkeit der Vergangenheit angehört, sind die Albernier von Natur aus reserviert; Besucher werden herzlich, wenn auch mit gewisser Zurückhaltung willkommen geheißen. In typischen Dörfern gruppieren sich Häuser um eine alte Kirche und ein Pub; am offenen Kamin bei einem Pint Ale pflegen sich alte Traditionen. Die geheimnisvollen Tänze Medeas, nebelverhangene Hügel der Fawklands und die kosmopolitische Metropole Aldenroth spiegeln die kulturelle Vielfalt des Königreichs wider.
Außenpolitik und Einfluss
Albernias außenpolitische Bedeutung beruht maßgeblich auf der Albernischen Sprache als internationaler Verkehrssprache und auf der von der Krone geführten League of Nations. In diesem losen Staatenbund sind zahlreiche Staaten mit historischem oder kulturellem Bezug zu Albernia vereint; teils erkennen sie die albernische Monarchin als eigenes Staatsoberhaupt an. Das Dominion Cranberra zählt zu den prominentesten assoziierten Territorien.
Virtuelle Nation
Das Königreich Albernia ist zugleich eine virtuelle Nation – der Versuch, einen Staat über das Internet zu simulieren. Virtuelle Nationen erheben keinen Anspruch auf reales Staatsgebiet, sondern verstehen sich als vollkommen fiktiv. Es werden staatliche Strukturen inklusive Regierungs- und Rechtssystem aufgebaut; Geographie und Kultur werden erdacht. Das gesamte „Spiel“ findet in den Köpfen der Teilnehmer sowie in Foren und auf den Websites des Staates, von Firmen, Parteien, Vereinen und Institutionen statt.
Dies kann beliebig komplex werden: Eine virtuelle Nation kann ein Einzelprojekt sein, wird aber im Allgemeinen von mehreren „Staatsbürgern“ gemeinsam realisiert, zumal Interaktion und Konkurrenz wichtige Triebfedern der Dynamik sind. Die Mitwirkenden kennen sich meist nicht persönlich und stammen aus verschiedenen Teilen der Welt oder zumindest aus unterschiedlichen Ecken eines Sprachraums; oft beteiligen sich Akteure an mehreren Nationen oder Regierungen mehrerer Staaten an gemeinsamen Projekten. Daraus entstehen etwa Landkarten der virtuellen Welt (wie die CartA, auf der Albernia verzeichnet ist) oder Nachschlagewerke wie das MNWiki.
Alle Inhalte des Königreichs Albernia sind rein fiktiv; Parallelen zu real existierenden Personen und Daten sind zufällig.