[Mosambabo] Former Presidential Palace, Atrakia

  • Der Beginn einer neuen Ära


    An einem warmen Tag im Juni steht ein Mann vor dem ehemaligen Präsidentenpalast in Atrakia, der Hauptstadt Mosambabos. Fast zehn Jahre nach dem Einmarsch medeischer Truppen, ist der Palast noch immer gezeichnet von den Kämpfen, die hier stattfanden. Heroisch hatten hier Mossambu-Truppen gekämpft, bis sich der letzte Präsident Mosambabos, Orugbu, das Leben nahm, um seinen Feinden nicht in die Hände zu fallen.
    Inzwischen hat sich eine große Menschenmenge vor dem Palast eingefunden, um den Mann zu sehen. Es gibt Jubel, Gesänge und Tänze.
    Der Mann, der auf den Stufen des Palastes steht und mit einem veralteten Mikrophon versucht, gegen den Lärm der Menge anzukommen, ist Adama de Boer. Er ist farbig, kahl rasiert, groß gewachsen und stämmig.


    De Boer, De Boer... Mein Sklavenname. Der Name jener hoopischen Familie, die im 17. Jahrhundert mit vielen weiteren weißen Kaufleuten auf Einladung des damaligen Emirs der Mossambu in dieses Land kamen um seine Rohstoffe auszubeuten. Damals wurden den Hoopern für 150 Jahre die Schürfrechte in den Minen von Sarhk gewährt. Tausende Hooper strömten daraufhin in das Land. Und Zehntausende Mossambu mussten für sie schuften. In den Minen und auf den Feldern der wie Pilze aus dem Boden schießenden Farmen der weißen Herren. Meine Vorfahren waren unter jenen, die auf den Farmen für einen Hungerlohn oder gar als Sklaven arbeiten mussten. Erst als auf Druck der Albernier im Jahr 1760 die Hooper des Landes verwiesen wurden, kamen unsere Ahnen wieder frei. Unsere wirklichen Nachnamen hatten wir verloren, vergessen. Statt dessen trugen wir die Namen der Weißen. De Boer. Es war Boubacar de Boer, einst schwarzer Vorarbeiter des Weingutes de Boer in der Nähe der Küstenstadt Constantia, der höchstpersönlich den letzten weißen Herren der Stadt, Henk de Boer, verjagte. Er verjagte damit auch seinen Vater. Der uneheliche Sohn des weißen Massas mit einer schwarzen Mätresse übernahm das Gut, das bis heute im Besitz meiner Familie ist...


    „Adama, Adama, Adama!“ Die Menge ruft den Namen des Mannes. Eines Mannes, in dem viele die Zukunft Mosambabos sehen. Der Mann erhebt die Stimme:


    „Heute ist ein Tag der Freude Brüder und Schwestern! Endlich hat Mosambabo wieder eine Stimme! Fast zehn Jahre ist es her, dass sie verstummt ist! Zehn Jahre des mühsamen Wiederaufbaus. Nicht nur unsere Heime und Dörfer mussten wie neu errichten, nein auch unsere Infrastruktur und Kultur waren am Boden! Nun endlich haben wir wieder ein regionales Parlament geschaffen! Der Regional Congress hat mich soeben als First Minister von Mosambabo bestätigt! Fast 94% sind ein Ergebnis, auf das ich Stolz bin!“


    Applaus brandet auf. Wochenlang hatten die Wahlkämpfer der vor drei Jahren gegründeten Partei "Mosambabo National Congress" die Wähler im Land mobilisiert, hatten Alten, Kranken und weit abgelegen wohnende Mossambu ermöglicht zur Wahl zu gehen. Nun hatte sich die Arbeit ausgezahlt. Der MNC, mit seinem Programm aus traditionalistischen Werten, sozialistischen Versprechen und separatistischer Polemik, hatte den veralteten Kader der sozialistisch-bebelistischen MCP um Hifikepunye Muyongo ausgestochen und das Land im Sturm erobert.


    „Ich sage Euch Brüder und Schwestern, nun ist die Zeit gekommen dieses Land, welches nun eine Provinz des albernischen Empires ist, voranzubringen! Wir müssen von nun an für unsere Rechte kämpfen! Für das, was uns versprochen wurde! Von Albernia und von Medea! Für Mosambabo!“


    Der Applaus verwandelt sich in Jubel. Überall auf den Straßen beginnen spontane Feste. Die Feiern sind ausgelassen und friedlich. Ein Gefühl des Aufbruchs macht sich breit.


    „Nun beginnt eine neue Zeit für Mosambabo. Und ich werde am Anfang dieser Zeit stehen!“

  • Nachdem er in Atrakia gelandet ist, nimmt Adama de Boer seine Tätigkeit als First Minister of Mosambabo wieder auf. In seiner Abwesenheit hat sich nicht viel verändert. Die Sonne Medeas hat er vermisst...

  • Sieben Jahre später... Mosambabo hat Jahre des Aufbaus hinter sich gebracht. Adama schaut zufrieden auf sein Land zurück, in dem es in den letzten Jahren ungewöhnlich ruhig und beschaulich zugegangen ist.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!